Nordirland/Belfast - Konflikt

Es ist schwierig festzustellen, ab wann die Geschichte Irlands zur Vorgeschichte des Konflikts, den "Troubles", wurde. Er begann im Prinzip bereits im Mittelalter. Der entscheidende Faktor der "Troubles" ist die britische Präsenz in Irland, die mit der normannischen Invasion im Jahre 1169 ihren Anfang nahm.

1169 Erste normannische Invasion Irlands
1172 Der englische König Heinrich II. unterwirft Großteil der irischen Stammfürsten
1531 Heinrich VIII. erklärt sich zum König von Irland und wird geistliches Oberhaupt der neu entstandenen Church of Ireland.
1558 Königin Elisabeth I. weitet die englische Präsenz in Irland aus; Aufstände flackern auf.
1593 - 1603 Erfolgloser Aufstand der Iren gegen die Briten
1649 Oliver Cromwell führt einen Vernichtungsfeldzug nach Irland durch. Die Bevölkerung wird nahezu um die Hälfte dezimiert.
1689 Der abgesetzte englische König Jakob II. führt ein Heer nach Irland und will mit Hilfe der Katholiken wieder an die Macht kommen.
1690 "Battle of Boyne": Am 12. Juli wird Jakob II. von seinem protestantischen Widersacher Wilhelm III von Oranien geschlagen.
11691 Das protestantische Parlament in Dublin verabschiedet Strafgesetze, die Katholiken vom Landkauf, vom Schulenbesuch u.v.a. ausschließen.
1800 Das Parlament in Dublin löst sich auf; Eingliederung Irlands ins Vereinigte Königreich.
1829 Daniel O'Connell wird als erster Katholik in das Unterhaus gewählt. Er erreicht die vollständige Aufhebung der Strafgesetze.
Ab ca. 1850 Widerstand gegen die britische Herrschaft formiert sich neu.
1913 Die Unionisten in Ulster rufen die Ulster Volunteer Force (UVF) ins Leben, die irische Autonomiebestrebungen unterbinden soll.
1916 Beginn eines blutigen Unabhängigkeitskampfes der Katholiken
1919 Gründung der IRA als Schutzorganisation gegen die Briten
1921 Mit dem Anglo-Irischen Vertrag wird die Insel geteilt, der Süden zum Freistaat innerhalb des britischen Commonwealth erklärt. Nordirland erhält ein eigenes Parlament. Das Wahlsystem wurde jedoch stark zu Gunsten der protestantischen Mehrheit ausgewählt: Vermögende, meist Protestanten, hatten mehrere Stimmen und die Wahlbezirke wurden so aufgeteilt, dass die Protestanten stets die Mehrheit in einem Bezirk hatten.
1922 Irischer Bürgerkrieg
1969 Nach Straßenschlachten schickt die englische Regierung 6000 Soldaten
1970 Die IRA nimmt den bewaffneten Kampf auf. Die protestantische Ulster Volunteer Force (UVF) formiert sich als Gegenbewegung.
1972 Bloody Sunday: Britische Fallschirmjäger erschießen in (London-)Derry 13 Teilnehmer einer friedlichen Demonstration. Nordirland wird wieder von London aus regiert.
1994 Waffenstillstand
1996 Bombenanschläge der IRA stoppen den Friedensprozess
1998 Das "Good Friday Agreement" das für Nordirland eine eigene Regierung und eine institutionelle Gewaltenteilung zwischen den religiösen Gruppen vorsieht, wird durch eine Volksabstimmung gebilligt.
2001 IRA beginnt ihre Waffen- und Sprengstoffarsenale aufzulösen

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